… Diogenes und kein Ende.

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Die phil.Cologne ist eine Veranstaltung, die sich schon im zweiten Jahr ihres Bestehens etabliert und zu einer festen Größe entwickelt hat. Es ist ein internationales Festival der Philosophie mit verschiedenen Veranstaltungen von Podiumsdiskussionen über philosophische Spaziergänge bis zum Philosophie-Slam. Vielen bekannten Intellektuellen kann man dort begegnen wie Martin Walser oder Peter Sloterdijk.

In diesem Jahr hatte ich das Vergnügen, ebenfalls Referent einer Veranstaltung zu sein. Um ein wenig Festivalluft zu schnuppern, fuhr ich schon etwas früher nach Köln und sah mich bei verschiedenen Veranstaltungen um. Heitere Atmosphäre, Büchertische mit vielfältig interessanter Lektüre – der Funke sprang über. Im [sehr angenehmen] Funkhaus Café gab es einige Tische, die für das Festval reserviert waren und an denen man sich nach den Veranstaltungen zwanglos treffen konnte. Es hat seinen eigenen Reiz, wenn so viele an Philosphie interessierter Menschen zusammentreffen, den man selber erleben muss. Am nächsten Morgen fand ich mich dann früh zum Soundcheck im Schokoladenmuseum ein. In einem hellen Saal über dem Rhein schwebend, stellte ich mich drei Gymnasialklassen und stand Rede und Antwort. Wir sprachen über Verzicht, den Schokoladenbrunnen des Museums direkt in der Etage unter uns. Aber auch wenn das manchem vielleicht widersprüchlich erscheinen mag, ist es doch von einer stringenten Logik. Müssen wir uns doch nur angesichts des Überflusses, wie ihn ein riesiger Schokoladenbrunnen trefflich verkörpert, über den Verzicht nachdenken.
Das Gespräch mit den Schülern war sehr anregend und obwohl der Verzichtsgedanke den meisten neu war, so hatten doch viele auf die ein oder andere Weise auch schon Probleme des schrankenlosen Konsums erkannt. Aber zumeist waren das diffuse Einzelbeobachtungen oder auch unbestimmte Gefühle, das gelegentlich etwas nicht ganz richtig sei. Im Gespräch konnte ich beobachten, wie sich diese Ideen und Ansichten zunehmend zu gedanklichen Gebilden verketteten und wie sich hier und dort das Aha-Erlebnis einstellte. Nur das Leben in der Tonne oder im Bauwagen konnte höchstens als Kurzzeitexperiment reizen. Aber es war nicht schwer den Schülern den Laborcharakter des Diogenes Bauwagens zu erläutern und klar zu stellen, dass es mir nicht um Askese und Mangel ging sondern um intelligenten Konsum. Eben um einen Konsum, der uns als Konsumenten mit dem Großteil unserer Zeit nicht absorbiert und letzten Endes unfrei macht, sonder um eine Konsum, der uns ein angenehmes Leben ermöglicht.

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